Mit dem Launch von Radeon RX 6800 & 6800 XT bot das seinerzeitige Launchreview von Eurogamer die seltene Gelegenheit, mal wirklich vernünftige Benchmarks zur (Turing-basierten) Titan RTX zu bekommen. Zu der Karte existierten bislang eigentlich nur ein paar kurze Benchmarks seitens einiger YouTuber – welche einen durchaus beachtbaren Performance-Sprung von +7-10% unter WQHD und 4K gegenüber der GeForce RTX 2080 Ti (FE) ermessen hatten. Jene (wie gesagt kurzen) Benchmarks bildeten dann mangels weiterer Zahlen auch die Grundlage für den damals aufgestellten (groben) Performance-Index der Titan RTX, was sich nun jedoch mittels der Eurogamer-Benchmarks unter immerhin 11 Spieletests unter drei Auflösungen nachträglich noch verbessern läßt.

FullHD/1080p WQHD/1440p 4K2160p FHD-Index 4K-Index
GeForce RTX 3080 115,3% 121,8% 128,8% 1900% 328%
Titan RTX 102,3% 102,9% 103,9% ~1670% (alt) ~265% (alt)
GeForce RTX 2080 Ti 100% 100% 100% 1580% 247%
gemäß der Benchmarks von Eurogamer; Index-Werte gemäß des 3DCenter Performance-Index

Vom YouTube-Kanal Moore's Law Is Dead kommt ein größerer Leak mit Informationen zu Intels Xe-HPG, sprich zu den kommenden "DG2" Desktop-Grafikkarten auf Basis Intels Xe-Architektur. Garniert wird dies mit dem Bild einer "DG2-512" Grafikkarte, was die Glaubwürdigkeit dieser Informationen unterstreichen soll. Intel arbeitet derzeit wohl schon mit lauffähigen Testsamples, ist allerdings vom Marktstart noch um einiges entfernt – selbiger ist nicht vor dem vierten Quartal 2021 zu erwarten. Dann soll DG2-512 erscheinen, kurz darauf gefolgt von DG2-128 und mit noch unbestimmten Termin dann DG2-256 – was von den fünf real in der Vorbereitung befindlichen DG2-Modellen somit DG2-96 und DG2-384 noch vermissen läßt. Die derzeit bei Intel getestete DG2-512 soll dabei mit immerhin 2.2 GHz Chiptakt, 16 GB Speicher und aber einer TDP von 275 Watt antreten – letztere ist etwas höher als eigentlich geplant, augenscheinlich puscht Intel dies aus Performance-Gründen.

TechPowerUp haben sich den Performance-Effekt von rBAR bei nVidias Ampere-Grafikkarten über einen kompletten Test-Parcour angesehen. Selbiger fällt allerdings mit +1-2% nicht gerade berühmt aus, dies erscheint doch etwas unterdurchschnittlich und vor allem weniger als bei AMDs SAM-Feature. Dabei lag das Problem nicht einmal bei den nicht auf rBAR reagierenden Spieletiteln, denn auch allein unter den expliziten rBAR-Titeln lag der durchschnittliche Performancegewinn (zumindest mit den TPU-Tests) nur bei +1-4%. Augenscheinlich gewinnt nVidia etwas weniger von SAM/rBAR als AMD – was womöglich auch daran liegt, dass AMD das Feature von langer Hand vorbereitet hat und somit eine bessere Unterstützung garantieren konnte als nVidia, wo man dies aufgrund AMDs Initiative erst nachträglich an seine Ampere-Grafikkarten drangepflanscht hat. Im großen Bild machen diese geringen Differenzen üblicherweise zwar nichts aus, aber jene unterstützen die aktuelle Performance-Tendenz, wonach die RDNA2-Beschleuniger auf die Ampere-Beschleuniger aufholen.

rBAR-Perfomancegewinn FullHD1080p WQHD1440p 4K/2160p
GeForce RTX 3090  @ 22 Spiele-Titel ±0 +1% +2%
GeForce RTX 3080  @ 22 Spiele-Titel ±0 +2% +2%
GeForce RTX 3070  @ 22 Spiele-Titel +1% +2% +1%
GeForce RTX 3060 Ti  @ 22 Spiele-Titel +2% +2% +1%
gemäß der Benchmarks von TechPowerUp

Der bislang wenig in Erscheinung getretene Twitter-Nutzer Vegeta bringt zwei Einwürfe zur kürzlichen (Nutzer-erstellten) AMD Prozessoren-Roadmap 2017-2022 an: Zuerst gibt es einen weiteren Teil der zugrundeliegenden originalen Roadmap zu sehen, welche die zukünftige Desktop-CPU "Raphael" als mit Zen-4-Kernen ausgestattet, unter der 5nm-Fertigung hergestellt und allerdings mit Navi-2-Grafikläsung antretend bestätigt. Die ersten zwei Punkte waren klar, letzterer Punkt ist hingegen ungewöhnlich – damit würden auch alle regulären Desktop-Prozessoren von AMD faktisch zu APUs werden. Die bisher bekannten Roadmap-Teile deuteten dies zwar bereits an, aber eine Bestätigung dessen ist dann noch einmal eine ganz andere Kategorie. Vorstellbar ist an dieser Stelle eine kleine iGPU mit primären Display/Video-Fähigkeiten, sicherlich aber nicht in der Leistungsklasse der regulären AMD-APUs angesiedelt (um diesen Markt nicht zu kannibalisieren).

Ein klein wenig als verspäteten April-Scherz hat AMD am Mittwoch 15 Uhr deutscher Zeit eine Sonderausführung der Radeon RX 6800 XT in den Verkauf gestellt – die Radeon RX 6800 XT "Midnight Black". Wie es der Name schon andeutet, ergeben sich hierbei keinerlei Differenzen zur originalen Radeon RX 6800 XT, einzig verändert wurde die Farbgebung der Kühlerabdeckung. Das Sondermodell wird nur im AMD-Shop zum standardmäßigen Listenpreis der regulären Kartenausführung von 649 Dollar/Euro angeboten. Eine tatsächliche Verfügbarkeit konnte selbst zum Launchtermin nicht beobachtet werden, was allerdings bei einer limitierten Sonderausgabe einer sowieso vergriffenen Hardware nicht wirklich verwundert. Eher verwunderlich ist, wieso AMD diesen "Launch" zum jetzigen Zeitpunkt ansetzen musste – das ganze fungiert eher als schmerzhafte Erinnerung daran, wie mies die Liefersituation auf dem Grafikkarten-Markt ist. Selbige miese Liefersituation raubt auch ein wenig die Vorfreude auf die kommenden Grafikkarten-Launches, da von selbigen durchgehend keine lieferbare Ware (nahe des Listenpreises) erwartet ist:

Technik Segment Terminlage
Radeon RX 6600 XT Navi 23, 32 CU @ 128 Bit, 8 GB GDDR6 Mainstream April
GeForce RTX 3060 6GB GA106, 22-26 SM @ 192 Bit, 6 GB GDDR6 Mainstream April/Mai
Radeon RX 6700 Navi 22, 32-40 CU @ 192 Bit, 6/12 GB GDDR6 Midrange April/Mai
GeForce RTX 3080 Ti GA102, 80 SM @ 384 Bit, 12 GB GDDR6X HighEnd Mitte Mai
GeForce RTX 3070 Ti GA104, 48 SM @ 256 Bit, 8 GB GDDR6X Midrange Ende Mai
GeForce RTX 3050 GA107, 16-18 SM @ 128 Bit, 4 GB GDDR6 Mainstream Juni
Anmerkung: Hardware-Daten & Terminlagen zu noch nicht veröffentlichten Grafikkarten basieren weitgehend auf Gerüchten & Annahmen

Die Launch-Analyse zu Intels "Rocket Lake" beinhaltet einen gewissen Fehler, wonach nicht beachtet wurde, dass die TechPowerUp-Benchmarks leider nur unter "Gear 2" des Rocket-Lake-Speichercontrollers stattfanden, da dort "Gear 1" auf der gewählten Speichertaktung (DDR4/3800) instabil lief. Nominell ergibt dies einen vertretbar kleinen Unterschied bei der Anwendungs-Performance, bei der Spiele-Performance von Rocket Lake können jedoch größere Differenzen auftreten und wäre daher ein solcher Zustand normalerweise zu vermeiden (besser den Speichertakt entsprechend etwas heruntersetzen, bis "Gear 1" wieder gehalten werden kann). Während dieser Lapsus in der Praxis bei den von TechPowerUp aufgestellten Anwendungs-Benchmarks absolut nicht sichtbar ist, rangieren die TechPowerUp-Werte bei den Spiele-Benchmarks jedoch deutlich bemerkbar am unteren Ende der Werte-Skala – was sich somit nunmehr erklären läßt. Zum Glück ist deren Einfluß auf das Insgesamt-Bild nicht gerade hoch, da für den Performance-Schnitt nicht unerheblich zugunsten jener Testberichte mit gutklassiger Werte-Skalierung gewichtet wurde:

Spiele (CPU-Limit) 10600K 10700K 10900K 3600XT 5600X 5800X 5900X 11600K 11700K 11900K
TechPowerUp (10T, 720p avg) 94,5% 101,1% 106,8% - 101,2% 105,7% 105,1% 93,7% - 100%
Perf.-Durchschnitt (Original) 81,4% 89,2% 95,5% 76,6% 94,6% 98,5% 100,2% 89,8% 96,1% 100%
Perf.-Durchschnitt (ohne TPU) 80,7% 88,6% 94,9% 76,4% 94,3% 98,1% 99,9% 89,5% 96,1% 100%