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Hardware- und Nachrichten-Links des 29. Mai 2017

Mit seiner Computex-Keynote hat nVidia leider nur Volta-basierte Tesla-Grafikkarten (erneut) vorgestellt, die gesamte Präsentation war nahezu ausschließlich auf Profi-Bedürfnisse ausgerichtet. Die Hoffnung auf Volta-basierte Gamer-Lösungen war auch ein wenig zu vermessen, gerade da mit der Ankündigung von GDDR6-Speicher (welcher augenscheinlich beim GV102-Chip verwendet wird) zum Jahresanfang 2018 bereits eine ungefähre Terminvorgabe vorliegt. Selbst wenn man davon ausgehend kühn damit rechnet, das der GV102-Chip etwas später in den Markt kommt und der GV104-Chip (GeForce GTX 2070 & 2080) bereits etwas früher antreten kann – vor dem Herbst 2017 wird es wohl kaum etwas mit den ersten Volta-basierten Gamer-Lösungen. Dies ist aber nur die Optimal-Variante, bei welcher der GV104-Chip noch keinen GDDR6-Speicher benötigt und mit höher getaktetem GDDR5X auskommt. Wird auch beim GV104-Chip dagegen auf GDDR6-Speicher gesetzt, passiert vor dem Jahresanfang 2018 nichts, ist sogar eher ein Volta-Launch Richtung Frühjahr 2018 anzunehmen. Letztlich zählt auch hier der einfache Gedanke, das selbst die zwischengeschobene 12nm-Fertigung erst einmal für die Massenfertigung großer Grafikchips fit gemacht werden muß – und daß der GV100-Chip trotz seiner 815mm² Chipfläche hierfür keinen Maßstab darstellt, da jener in faktischer Kleinserie hergestellt wird und mit sehr hohen Abgabepreisen punkten kann.

WCCF Tech berichten über die funkbehördliche Freigabe dreier neuer AMD-Grafikkarten in Südkorea – welche man natürlich in Richtung von AMDs Radeon RX Vega Gamer-Grafikkarten und deren baldigen Release deutet. Letzteres mag jetzt nicht sicher zu bestätigen sein, ist jedoch eine durchaus naheliegende Angabe. Angeblich wurden drei grundsätzliche Grafikkarten-Modelle mit Codenummern "D04xxx", "D05xxx" und "D12xxx" zertifiziert, wobei letzteres seitens WCCF Tech als Vega-Flaggschiff angenommen wird. Hierbei könnte es sich allerding auch schlicht "nur" um die Radeon Vega Frontier Edition handeln, sprich AMDs Vega-basierte Profi-Lösung – was dann aber immer noch die beiden anderen genannten Codenummern für Gamer-Ausführungen offenläßt. Man rechnet zwar allgemein noch mit einer Nano-Version von Vega 10, aber diese dritte Gaming-Lösung könnte schließlich auch noch etwas später erscheinen – insofern liegen diese zwei initialen Gaming-Lösung durchaus im zu erwartenden Bereich. Bezüglich deren Erscheinungstermin könnte die angenommen zeitgleiche Zertifizierung mit der Radeon Vega Frontier Edition vorsichtig optimistisch stimmen – und wenn dies nicht nur eine Annahme wäre, könnte man demzufolge auf einen Release-Termin der Gaming-Lösungen bereits in diesem Sommer spekulieren.

Videocardz berichten in einem Nachtrag zur Ausbreitung der Core X Prozessoren-Serie von Intel über eine wichtige Neuerung dieser Prozessoren: Die Turbo Boost Max Technology 3.0 wird bei Skylake-X nicht mehr nur einen CPU-Kern, sondern zwei CPU-Kerne maximal beschleunigen können – was dann doch einiges an Unterschied ausmachen kann. Gerade im Spiele-Bereich mit seinen Schwierigkeiten, alle CPU-Kerne gleichmäßig gut auszulasten, dürften hiervon nicht mehr nur pure SingleThread-Anwendungen, sondern eventuell sogar eine ganze Palette an Spieletiteln profitieren können. Bisher kann dieselbe Technologie bei Broadwell-E nur einen CPU-Kern beschleunigen, was auch schon nicht schlecht ist, allerdings durch AMDs XFR-Feature bei Ryzen (Beschleunigung auch für maximal 2 CPU-Kerne) inzwischen überboten wurde. An dieser Stelle liegt im übrigen – wie auch bei den 18-Kernern von Skylake-X – ein weiteres Beispiel dafür vor, wie enorm der CPU-Markt von AMDs Ryzen profitiert: Intel holt nun urplötzlich all jene Innovationen nach, welche man in den letzten Jahren mangels Konkurrenz schleifengelassen hat. Der Dank hierfür kann natürlich allein nur AMD gelten – und falls es bisher noch nicht deutlich genug ausgesprochen wurde, holen wir dies hiermit gern nach: Danke, AMD!

DigiWorthy und WCCF Tech vermelden erste Listungen zu AMDs Threadripper & Intels Skylake-X. Die aus Griechenland stammenden Listungen für AMDs Threadripper-CPUs entsprechen den aus China stammenden angeblichen Modelldaten zu Ryzen 9 – was man als deren Bestätigung sehen kann, oder auch als offensichtlichen Trittbrettfahrer-Versuch. Preise oder neue Spezifikations-Angaben gibt es hierbei leider nicht, wobei die Namenswahl nach wie vor kurios aussieht und 10C- und 14C-Ausführungen von Ryzen prinzipbedingt arg unwahrscheinlich sind. Die aus Thailand stammenden Listungen für Intels Kaby-Lake-X & Skylake-X bauen durch eine falsche Angabe beim Level2-Cache sowie das (angebliche) Fehlen einer Turbo-Taktrate beim Core i9-7920X nicht gerade Vertrauen auf – insbesondere letzteres ist dann schon mehr als unwahrscheinlich. Zumindest in diesem letzteren Fall scheint es sich ziemlich klar um einen Versuch des jeweiligen Einzelhändlers zu handeln, ins Gespräch zu kommen, auf die genannten Preislagen (6C für ~400 Euro, 8C für ~600 Euro, 10C für ~1000 Euro) sollte man sich daher derzeit noch keineswegs verlassen.

Antary berichten über eine neue Methode zur Umgehung der mit Windows Vista eingeführten Windows-Benutzerkontensteuerung (UAC) – welche unter tatkräftiger Mitwirkung eines Microsoft-eigenen Features unter Windows 10 ganz prächtig funktioniert. Da es sich hierbei um eine von Microsoft offengelassene Lücke handelt, dürfte sich sicherlich in absehbarer Zeit ein Fix hierfür einfinden – nicht fixbar ist hingegen das gesamte UAC-System, welche nominell eine zusätzliche Sicherheit verspricht, in der Praxis die Anwender allerdings nur darauf konditioniert, einfach immer mit "ja" zu antworten. Vermutlich ist alle Arbeit der Malware-Programmierer zur Überwindung der UAC-Schranke eher denn ineffektiv, weil die Malware-Programmierer eigentlich schlicht darauf vertrauen können, das der normale Anwender diese Abfrage sowieso mit "ja" beantwortet – und die IT-Profis, die das nicht tun, wollen die Malware-Programmierer ja sowieso nicht als "Kunden" haben. Doch da gerade in Security-Kreisen jedoch immer noch gern und aus Prinzip an die Schlagkraft der UAC geglaubt wird, sei hiermit einfach einmal folgende ketzerische Frage in den Raum gestellt: Gibt es denn irgendwelche bekannten Fälle, wo ein Otto Normalsurfer bei einer UAC-Abfrage zu einer gefährlichen Datei/Aktion mal (bewußt) mit "nein" geantwortet hat?